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Auszug aus einer Eröffnungsrede zur der Kunstausstellung in Frankfurt 1991
Von Prof. Dr. Elmar Salmann, Rom/Gerleve
֦Die neuen Formen der Darstellung lassen sich nicht distanzieren, objektivieren, feststellen. Sie sind nicht verlässlich, unterhalten nicht, sie bedürfen der Dechiffrierung. Wollen wir sie verstehen, müssen wir im Bilde sein, über uns und unser Sehen. Wir sehen uns beim Sehen zu, sind im Bild so, dass wir es in uns selbst entdecken und UNS in ihm; wir sind also im Bilde, aber überblicken keineswegs unsere Sichtmöglichkeiten. Wir entdecken, dass wir gespaltene Wesen sind, Perspektivenbündel, Identität im Übergang. Kein zentralgesteuertes Subjekt, das sich völlig beherrschte, absoluten Werten folgte. Gesundsein ist heute wohl nur noch in der Form der Polyphrenie möglich, im ständigen Übergang zwischen unterschiedlichen Lebensformen. Psychische Labilität, die man bislang an (Bildern von) Kranken studieren konnte, ist heute zum Verstehens-Schlüssel für Normalität selbst geworden. (W. Welch, Ästhetisches Denken, Reclam 1990, 171f). Wir sind nicht mehr natürlich, sondern Fremde für/in uns selbst: Je est un autre (Rimbaud)

Dieses Amphibisch-Vieleckige spiegelt sich in den Bildern, im Aufeinanderstoßen und sich-mischen der extremen Farbwerte, vor allem in den beiden Grundmustern: das sind die isolierten, spitz ins Unmögliche ausstehende Einzelgebilde (Schizoid) und die verfließend-verschwimmend schwebenden Ensembles (depressiv), kein geschlossener Stil, sondern Experimente.

Wir sehen an den Bildern unser Sehen, sind im Bilde über uns, sehen: jeder ist weniger als er ist, jeder ist mehr. Es gilt nicht mehr: werde, was du bist, sondern: sei, was du geworden bist du immer wieder neu wirst, lerne, deine vielen Ichs zu lesen, zu entdecken, zu entziffern, ihnen standzuhalten. Bilder sind offene Fahrten in solche Entschlüsselung."